Zwölf Schulen, eine Plattform: Das steckt hinter dem Swiss Online Campus
Am Montag ist es so weit: Die Online-Weiterbildungsplattform Swiss Online Campus feiert seine offizielle Eröffnung. Das Projekt sei aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit verschiedener Bildungsinstitutionen unter der Leitung des Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal (WZR) entstanden, sagt Michael Meier, Leiter des Swiss Online Campus und des WZR. Die Plattform ging Anfang Juli online und tritt nun neben den beteiligten Bildungspartnern als eigene Marke auf.
Flexibel von überall lernen
Die Idee dahinter liegt auf der Hand. Ziel sei es, nicht die Kunden - oder in diesem Fall die Lernenden - zur Weiterbildung zu bringen, sondern die Weiterbildung zu den Kunden, so Meier. Insbesondere für Personen mit eingeschränkter Mobilität oder einem langen Arbeitsweg, sei der Swiss Online Campus eine hervorragende Ergänzung des Bildungssystems. Vor einigen Jahren wäre eine solche Online-Weiterbildungsplattform noch kaum denkbar gewesen. Seit der Corona-Pandemie hat sich jedoch viel verändert. Heute gehe es weniger um die Frage, ob Online-Unterricht funktioniere, sondern darum, wie er qualitativ hochwertig gestaltet werden könne.
Ein weiterer Vorteil der Online-Bildungsangebote sei, dass man die Nachfrage überregional bündeln sowie Kompetenzen und Ressourcen gemeinsam nutzen könne. Obwohl der Marktstart Anfang Juli mitten in die Sommerferien fiel, hätten sich bereits erste Teilnehmende direkt über die Plattform angemeldet. Dazu kämen Teilnehmende, welche die beteiligten Bildungspartner für die Angebote gewinnen konnten. Die gesamte Abwicklung von A bis Z laufe dabei über den Swiss Online Campus.
Erste Bilanz fällt positiv aus
Meier zeigt sich mit dem Launch der Website und den ersten knapp zwei Monaten zufrieden. «Die Plattform und die Prozesse funktionieren, die Zusammenarbeit der Bildungspartner ist eingespielt und wir können auf mehrere Jahre Erfahrung aus dem bisherigen Verbund zurückgreifen.» Die Online-Klassen hätten hohe Bestehensquoten und bei gesamtschweizerischen Abschlussprüfungen zuletzt sehr gute Resultate erzielt. Es bestehe eine erfreuliche Nachfrage nach flexiblen Online-Weiterbildungen. Besonders gefragt seien berufsbegleitende kaufmännische Angebote, bei denen das Online-Format einen klaren Mehrwert schaffe. So biete die Plattform auch Weiterbildungen an, bei denen die Teilnehmenden geografisch weit verteilt seien und sogar aus dem Ausland teilnähmen.
Wirtschaftlich auf eigenen Beinen
Der Swiss Online Campus wird als eigenständiges Profitcenter des WZR geführt. Er muss sich wirtschaftlich selbst tragen. Das bedeute, dass Aufbau, Angebotsentwicklung und Betrieb vollständig aus selbsterwirtschafteten Mitteln und Rückstellungsreserven des Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal finanziert würden, erklärt der Leiter und Initiator. Die Einbettung ins WZR komme dem Campus jedoch sehr gelegen, denn so könnten bestehende Strukturen und Kompetenzen genutzt werden, ohne eine zusätzliche Organisation aufbauen zu müssen. Die Nutzung bestehender Strukturen macht das Angebot allerdings nicht kostenlos. Meier betont: «Qualifizierte Dozierende, persönliche Begleitung und Qualität haben auch online ihren Preis.» Die Angebote seien deshalb marktgerecht und wirtschaftlich tragfähig.
Der Campus soll wachsen
Bereits heute umfasst der Swiss Online Campus zwölf Bildungsinstitutionen. Dazu gehören sowohl die Verbundschulen des Kantons St.Gallen, sowie weitere Partnerschulen aus den Kantonen Aargau, Bern, Schaffhausen, Thurgau und Zürich. Meier sieht Potenzial, den Verbund mit weiteren Bildungspartnern in der ganzen Schweiz auszubauen. Dabei ist ihm wichtig, dass die Partner zum Angebot passen und zur Zusammenarbeit bereit sind. Das Netzwerk soll langfristig weiter wachsen, wobei die Kunden und die Qualität weiterhin im Vordergrund stehen sollen.
St. Galler Tagblatt, Annik Schwerzmann